Beton auf der Waagschale der Nachhaltigkeit​

Wir wollen hiermit die im letzten Jahr genossene Online–Veranstaltungsreihe „In the Nature of Materials – Nachhaltiges Gestalten in Kunst, Design & Architektur“ der Hochschule Trier / Campus Gestaltung für uns als RE/MAX Immobilienmakler festhalten. Deshalb dieser Textentwurf.

Am 25. November 2020 sprach Thomas Unterlandstättner, Inhaber und Geschäftsführer des Architekturbüros Unterlandstättner in München über das Thema „Beton und Nachhaltigkeit – Ein Widerspruch?“

Faszination Beton

Das Titelfoto der Webseite „Unterlandstädter Architekten“ (https://www.u-architekten.de/ ) präsentiert die faszinierenden Möglichkeiten mit dem Material Beton als strukturierendes und planerisch konsequent eingesetztes Material in aller Deutlichkeit: mit einem Web-Sprung zu „Projekte“ sind es auch zwei Projekte der oberen Reihe, welche intensiver begutachtet wurden:

Planegg bei München
https://www.u-architekten.de/projekte/monolithisches-ensemble/

Im Vortrag wurde klar die Ausgangslage einer architektonischen Annäherung an die Gestaltung eines Raumes vorgestellt: Da ist der Ort, seine „Grün-Struktur“ (d.h. seine Einbindung in einen auch von der Natur definierten Raum), und da sind die Ziele des Bauherrn. Daraus entwickelt der Architekt seinen Ideenraum, der immer wieder ein Konzept realisiert, das – so in dem besprochenen Fall – den Blick in den äußeren Natur-Raum unterstreichen will, das das Tageslicht in den Innenraum lenken möchte und – im Sinne einer Verbindung vom Außen und Innen – auch die Inneneinrichtung bewusst mit einplant.

Villa am Park in München
https://www.u-architekten.de/projekte/villa-am-park/

Die Präsentation mit der ebenso vom Architekturbüro gestalteten „Villa am Park“ – neben den oben angesprochenen „Monolithen“ – verbindet die Idee des nach außen gerichteten Blickes und einer zum Licht hin orientierten Bewegung im Inneren des Gebäudes (Thomas Unterlandstättner spricht von einer „Himmelstreppe“ im Innern des Gebäudes). – Interessant sind ebenso die um das Gebäude laufenden Holzausfachungen, welche auf Grund ihrer beflammten Oberfläche keinerlei Wartungsarbeiten benötigen. Die von den Ausfachungs-Elementen aufgegriffene Wellenbewegung ist zudem eine Reminiszenz an den Bach, welcher das Grundstück abschließt.

Beton und Nachhaltigkeit – ein Aufruf an zukünftige Bauherren

Beton ist heute kein nachhaltiger Werkstoff, daran lässt Thomas Unterlandstättner keine Zweifel: vor allem mit dem hohen CO2-Ausstoß bei der Herstellung. Beton ist allerding ein nachhaltiges Gestaltungmittel: das Recycling ist einfach bei einer konsequent monolithischen Bauweise ohne Verbundstoffe (also unter Verwendung von Stahl und Leichtbeton).

Deshalb sollte ein Bauherr, welcher sich mit dem Beton anfreunden will die lange Lebensdauer im Blick haben. Die neuen Betonmaterialien (Intraleichtbeton – eingesetzt bei dem Doppelgebäude in Planegg – ist warm) in Kombination mit Stahlstützen definieren zwar einen Raum, doch lässt sich die Fläche darin frei strukturieren (also auch in zukünftigen Generationen). Die Langlebigkeit des Mateials Beton erhält somit eine Möglichkeit Zukunft im heute zu implizieren:

Denn vom Recycling-Beton bis hin zur konsequent geplanten Ausstattung mit wenig differenten Materialien ließe sich Beton und Nachhaltigkeit am Ende doch verbinden.

Beton und Fischfutter

Mit dem Carbon-Capture-Verfahren lässt sich Fischfutter herstellen meinte Thomas Unterlandstättner am Ende seines Vortrags mit seinem Blick in die Beton-Zukunft.

Nachgespräch im RE/MAX-TEAM

Von unserer RE/MAX-TEAM-Seite wurde die Fiktion Anlass zu einer kleinen Internet-Recherche: und tatsächlich, HeidelbergCements „füttert“ in Marokko eine Algenzucht mit CO2 (vgl. https://blog.heidelbergcement.com/de/aus-co2-wird-fischfutter).

Als Immobilienmakler hat uns das Projekt in Planegg begeistert (https://www.u-architekten.de/projekte/monolithisches-ensemble/): die gekonnte Aufteilung des Grundstücks und die Planung beider Gebäude (und der Garagen), so dass auf der einen Seite Freiflächen (Balkone, Terrassen) nach Außen entstanden sind, welche das Gebäude im Innern erhellen. Diese jedoch so angelegt waren, dass die Intimität, das heißt eine geschützte Einsicht auf diese Flächen gekonnt mitgeplant wurde. – Und wenn wir an unseren Besprechungstisch denken, könnte dieser gerne vom Morgenlicht wie auch vom Abendlich über eine Wandreflexion ganz einfach natürlich erhellt werden Da hat der Bauherr mit dem Familien-zentralen Esstisch dem Architekten eine Aufgabe gestellt, welcher dieser auf eine „erhellende“ Weise gelöst hat (vgl. das vierzehnte Foto von oben in https://www.u-architekten.de/projekte/monolithisches-ensemble/ . Allerdings war die Graphik während der Präsentation von Thomas Unterlandstättner klarer diesbezüglich. Vor allem wie das Tageslicht die Rückseite der dem Betrachter zugewandten – auf dem Foto nicht sichtbaren – Wandseite erfüllt).

Wir hatten mit dem Vortrag einen interessanten Einblick in Lösungen mit dem klaren Material Beton bekommen. Deshalb haben wir unsere schriftliche Dokumentation zu der Vortragsreihe „In the Nature of Materials“ (In der Natur der Materialien) der Hochschule Trier mit „the Nature of Materials“ (die Beschaffenheit der Materialien) betitelt. Denn die Beschaffenheit des Materials Beton oder Holz zeigt in der architektonischen Lösung „Haus“ seine Wirkung.

Die Hochschule Trier hat den Vortrag als Film im Nachhinein publiziert: vgl. https://www.youtube.com/watch?v=9u6YTKLcsZo&t=26s

Text: Christoph Maisenbacher (RE/MAX Premium Trier-Wittlich-Bitburg) – 28. August 2021
Foto: Free-Photo auf Pixabay.com