Ist ein herunterkrachendes Rollo 10.000 Euro Schmerzensgeld wert?​

Hallo Leben, wenn ich mich erschrecke kann ich nicht gleich den Verursacher um Schadensersatz angehen. Natürlich kennen wir Situationen, in welchen wir tatsächlich unerwartet von einem Sirenengeräusch erschreckt werden und vielleicht zusammenzucken oder gar das in unserer Hand getragene fallen lassen. Eine Mieterin wollte es wissen, nachdem der Rollladen ihrer Mietwohnung herunter ratterte:

Danke an den LBS Presse-Infodienst Recht und Steuern, die auch mal was zum Staunen festhalten:

„Keine Haftung des Eigentümers für Sturz der Mieterin

Wenn ein großes Rollo plötzlich und unerwartet herunterkracht, während man sich selbst in der Nähe aufhält, dann kann einen das schon gehörig erschrecken. So war es der Mieterin einer Doppelhaushälfte ergangen. Nach eigenen Angaben verlor sie deswegen auf einer Treppe das Gleichgewicht, stürzte und verletzte sich (unter anderem am Handgelenk). Nun forderte sie 10.000 Euro Schmerzensgeld und etwa 50.000 Euro Haushaltsführungsschaden vom Eigentümer der Immobilie. Schließlich habe sie diesen nach dem Einzug darauf hingewiesen, dass das Rollo schwergängig sei. Doch die Justiz lehnte nach Information des Infodienstes Recht und Steuern der LBS über zwei Instanzen hinweg ab. Die Begründung: Es gebe keinen adäquaten Zusammenhang zwischen dem Krach und dem Unfall. Überreaktionen nach lauten Geräuschen gehörten zum allgemeinen Lebensrisiko.
(Landgericht Nürnberg-Fürth, Aktenzeichen 7 S 5872/17)“

Vortext: Christoph Maisenbacher
Haupttext / Quelle: LBS Infodienst Recht und Steuern – 23. August 2021
Danke an die Bundesgeschäftsstelle LBS für die Erlaubnis die im LBS Infodienst Recht und Steuern zur Verfügung gestellten Texte auf der RE/MAX-Team-Immobilien-Seite veröffentlichen zu dürfen.
Foto: © Tomicek / LBS